Desinfektion des Wurzelkanalsystems – Teil 1: Bakterien, Biofilm & Smear Layer
Desinfektion des Wurzelkanalsystems – Teil 1: Bakterien, Biofilm & Smear Layer
Erfolgreiche Endodontie beginnt mit einer konsequenten Desinfektion des Wurzelkanalsystems. Denn nicht allein die mechanische Aufbereitung entscheidet über den Behandlungserfolg – entscheidend ist, die bakterielle Belastung im komplexen Kanalsystem möglichst effektiv und reproduzierbar zu reduzieren.
In „Desinfektion des Wurzelkanalsystems – Teil 1“ lernen Sie die mikrobiologischen und biologischen Grundlagen kennen, die für eine erfolgreiche endodontische Behandlung entscheidend sind. Anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und klinischer Fälle erfahren Sie, wie bakterielle Infektionen entstehen, warum sich Bakterien nicht nur im Hauptkanal befinden und welche Bedeutung Seitenkanäle, Isthmen und Dentintubuli für die Desinfektion haben.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem endodontischen Biofilm. Sie erfahren, weshalb organisierte Bakteriengemeinschaften deutlich widerstandsfähiger gegenüber chemischen Substanzen und Antibiotika sein können und warum eine rein statische Spülung häufig nicht ausreicht. Dabei wird deutlich, weshalb mechanische Aufbereitung, chemische Desinfektion und die Aktivierung von Spüllösungen als Gesamtkonzept betrachtet werden müssen.
Darüber hinaus beschäftigt sich die Fortbildung mit dem Smear Layer (Schmierschicht), der bei der mechanischen Präparation entsteht. Sie lernen, wie er die Dentintubuli und anatomische Bereiche des Kanalsystems verschließen kann, weshalb seine Entfernung für die Desinfektion relevant ist und welche Rolle beispielsweise EDTA oder Zitronensäure spielen.
Auch die Arbeitslänge und das Patency-Konzept werden aus bakteriologischer Perspektive betrachtet. Klinische Beispiele verdeutlichen, weshalb eine erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung weit mehr bedeutet, als einen Kanal lediglich bis zur gewünschten Länge mechanisch aufzubereiten.
Das erwartet Sie in Teil 1:
- Infektionswege und bakterielle Ursachen endodontischer Erkrankungen
- Primäre und sekundäre Infektionen des Wurzelkanalsystems
- Grampositive und gramnegative Bakterien sowie bakterielle Abbauprodukte
- Entstehung, Eigenschaften und Resistenz des Biofilms
- Zusammenhang zwischen bakterieller Belastung und apikalen Läsionen
- Bedeutung der mechanischen Aufbereitung für die Keimreduktion
- Biofilm vs. Smear Layer: wichtige Unterschiede für die Behandlung
- Entstehung und Entfernung der Schmierschicht
- Bedeutung von EDTA und Zitronensäure
- Arbeitslänge und Patency aus bakteriologischer Sicht
- Klinische Fälle und deren Konsequenzen für die tägliche Praxis
Die Fortbildung schafft damit die wissenschaftliche und klinische Grundlage für ein systematisches Desinfektionskonzept in der Endodontie. In Teil 2 wird darauf aufgebaut und die konkrete klinische Anwendung verschiedener Spüllösungen und Aktivierungsverfahren vertieft.
Tätigkeitsschwerpunkt: Endodontologie
Spezialist der DGET für Endodontologie
- 1991-1996 Studium der Zahnheilkunde an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/i. Brsg.
- 1996 Staatsexamen
- 1997-2000 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung für Zahnerhaltung und Parodontologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Brsg. Später Leiter des Bereiches Endodontologie in der Abteilung Zahnerhaltung und Parodontologie.
- 1998 Promotion
- 2000 bis 2009 Lehrbeauftragter der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Brsg. für den Bereich Endodontologie
- seit 2002 niedergelassen in der Gemeinschaftspraxis Dr. Oliver Hartmann / Dr. Christoph Zirkel
- seit 2005 Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Endodontologie
- seit 2019 Lehrbeauftragter der Universität Köln
- Autor verschiedener Artikel zum Thema Endodontie, Bleaching
- Leiter verschiedener Fortbildungen im In-und Ausland zum Thema moderne Endodontie und Bleaching
- Autor des Buches "Leitfaden der Endodontie" Elsevier Verlag
- Spezialist für Endodontologie (DGET)